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Redewendungen aus Adelboden − ein Spiegel der Adelbodner Seele

Die Adelbodner haben ihre eigenen Redensarten. Sie zeugen von grosser Weisheit und spiegeln in einer heiteren und zugleich tiefsinnigen Art das hiesige Leben und kritische Selbsteinsichten. Interessanterweise gibt es in der deutschen Sprache keine Entsprechungen.

Der Luub chunnt wyter wan der Tuub.

→ Der Liebe und Anständige bringt es weiter als der Zornige.

Zwee nass Seck chönen enandere nät tröchne.

Zwei nasse Säcke können einander nicht trocknen.

→ Zwei Unfähige oder solche, die etwas auf dem Kerbholz haben, können sich gegenseitig nicht helfen oder freisprechen.

 

Ihmu ds Hütti ufgää.

Jemandem beim Schultern des (schweren) Tragkorbes helfen.

→ Jemandem beim ersten Schritt, der der schwierigste ist, behilflich sein, ihn unterstützen und ihm Mut zusprechen.

Was der Bock va sig sälber wiis, das trüwet är der Giis.

Was der Geissbock von sich selber weiss, das traut er auch der Geiss zu.

→ Du kannst nur so viel Vertrauen in einen Mitmenschen haben, wie du selbst Vertrauen in dich hast.

We d’Muus voli ischt, tuucht sa ds Mähl bittersch.

Wenn die Maus satt ist, schmeckt ihr kein Fressen.  

→ Wer im Überfluss lebt, kann mit nichts zufrieden sein oder verliert die Demension des Menschlichen.

Wen der Alembach dräckiga chunnt, su cha mu d'Entschliga nät suferi mache.

Wenn der Fluss Allenbach Schmutz mit sich trägt, gelingt es nicht, den Engstligenbach zu säubern.

→ Wenn die Dinge in ihrem Ursprung nicht stimmen, gelingt auch jede Korrektur nicht.

Gross Härdöpfla wärden og lind, mi mues nume gnueg drunder füüre.

Grosse Kartoffeln werden auch weich, man muss sie nur lange und auf hohem Feuer kochen.

 → Mit Hartnäckigkeit und Geduld lassen sich auch schwierige Situationen meistern/lässt sich auch mit schwierigen Menschen auskommen.

Brauchtum in Adelboden

Das Heimatmuseum von Adelboden dokumentiert die wechselvolle 600-jährige Geschichte des Ortes. Besonders sehenswert – die Dorfkirche.

Dorfkirche

Einen Besuch wert ist auch die reformierte Kirche Adelbodens aus dem 15. Jahrhundert. Besonders sehenswert sind die Freskogemälde am Eingang sowie die Kirchenfenster, die von Augusto Giacometti geschaffen wurden. Die Dorfkirche von Adelboden hat seit ihrer Entstehung 1433 nur geringe Veränderungen erfahren. In diesem Rahmen finden regelmässig klassische Konzerte statt.

Heimatmuseum

Das 1983 eröffnete Heimatmuseum Adelboden bietet eine vielfältige Ausstellung über Brauchtum und Leben im Engstligental. Besucher finden eine beachtliche Sammlung an geschichtsträchtigen Objekten der Region vor, neben Sportgeräten, Kleidern auch Mineralien und Informationen zur Geschichte Adelbodens. Das Museum widmet sich auch aktuellen Themen wie dem Lawinenwinter 1999. Geöffnet jeden Mittwoch von 14 bis 17 Uhr. Landstrasse (gegenüber Kino Rex in der ehemaligen englischen Kirche).

Holzschnitzerei Trummer

Das Handwerk des Holzschnitzens beherrscht die Familie Trummer seit 1945 und reicht es von Generation zu Generation. Mit Melchior Trummer ist heute die dritte Generation am Werk. Bei einem Werkstattbesuch können Sie den Schnitzlern über die Schultern schauen und natürlich auch das eine oder andere Souvenir erwerben. Die Werkstatt befindet sich im Blatti (Blattiweg 11) und somit in unmittelbarer Nähe der Cholerenschlucht. Sie ist mit einem 1-stündigen Fussmarsch erreichbar oder auch mit dem Auto. Geöffnet von Montag bis Freitag von 7.30 Uhr bis 12 Uhr und von 13 bis 18 Uhr. Sa von 10.30 Uhr bis 16 Uhr. Anmeldung ab 6 Personen erwünscht: Telefon 033 673 43 06.

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